Nächster Gegner: Schalke 04 | Intensität, Umschalten – und eine Chance für die SVE

Am Sonntag wartet auf die SV Elversberg die nächste große Bühne. Um 17:30 Uhr tritt die Mannschaft von Vincent Wagner in der Veltins-Arena beim FC Schalke 04 an. Beide Vereine kennen sich aus der vergangenen Zweitliga-Saison bestens, treffen nun aber erstmals in der Bundesliga aufeinander.

Für beide Aufsteiger verlief der Start ordentlich – wenn auch auf unterschiedliche Weise. Elversberg sorgte mit Siegen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach früh für Aufsehen. Erst gegen Bayern München setzte es beim 1:2 die erste Niederlage, wobei die SVE dem Rekordmeister bis zum Schluss einiges abverlangte.

Schalke musste dagegen gleich zum Auftakt Lehrgeld bezahlen. Beim FC Augsburg verloren die Königsblauen 0:3, anschließend erkämpfte sich die Mannschaft ein 0:0 gegen Bayern. Am vergangenen Spieltag platzte schließlich der Knoten: Mit 3:1 gewann Schalke bei Union Berlin und feierte damit den ersten Bundesliga-Sieg seit dem Wiederaufstieg.

Viel Intensität unter Miron Muslić

Wer Schalke in den vergangenen Monaten verfolgt hat, weiß ziemlich genau, was auf die SVE zukommt. Trainer Miron Muslić hat den Königsblauen eine klare Handschrift gegeben. Schalke will aggressiv verteidigen, den Gegner früh unter Druck setzen und nach Ballgewinnen möglichst schnell nach vorne spielen. Muslić selbst beschreibt seine Spielidee mit Intensität, ständigem Druck und einem direkten Umschaltspiel.

Meist baut Schalke dabei aus einer Dreierkette auf. Gegen Elversberg wird erneut ein 3-4-2-1 erwartet. Die Außenpositionen werden sehr hoch besetzt, davor sollen Spieler wie Kenan Karaman und Adil Aouchiche für Kreativität sorgen.

Genau darin könnte aber auch eine Möglichkeit für die SVE liegen. Gelingt es Elversberg, die erste Schalker Pressinglinie sauber zu überspielen, können hinter den weit aufgerückten Außenspielern Räume entstehen. Dafür wird die Wagner-Elf allerdings unter Druck sehr sauber mit dem Ball umgehen müssen. Gegen eine Mannschaft, die von Zweikämpfen und Tempo lebt, können einfache Ballverluste schnell gefährlich werden.

Schalke muss im Mittelfeld umbauen

Personell müssen die Gastgeber auf Dejan Ljubičić verzichten. Der Mittelfeldspieler verletzte sich beim 3:1 gegen Union am linken Knie und fällt bis auf Weiteres aus. Für die Partie gegen Elversberg steht er definitiv nicht zur Verfügung.

In den aktuellen Prognosen wird deshalb ein Schalker Mittelfeld mit Soufiane El-Faouzi und Satoshi Tanaka erwartet. Robin Gosens dürfte über die linke Seite kommen, während vorne Junior Adamu beginnen könnte. Kapitän Kenan Karaman bleibt einer der wichtigsten Spieler im Schalker Offensivspiel.

Bei der SVE deutet vieles erneut auf das bekannte 4-2-3-1 hin. Felix Keidel und Łukasz Poręba könnten die Doppelsechs bilden, davor werden unter anderem Maurice Krattenmacher und Can Yılmaz Uzun – je nach finaler Aufstellung – beziehungsweise die derzeit prognostizierten Offensivkräfte eine wichtige Rolle beim Überspielen des Schalker Pressings spielen. Die endgültigen Aufstellungen werden allerdings erst rund eine Stunde vor dem Anpfiff feststehen.

Zwei Aufsteiger, die sich nichts schenken werden

Ein echtes Kennenlernen braucht es zwischen beiden Mannschaften nicht. Noch in der vergangenen Saison begegneten sich Schalke und Elversberg in der 2. Bundesliga. Beim letzten Duell an der Kaiserlinde gewann Schalke mit 2:1. Am Saisonende stiegen beide auf – Schalke als Meister, die SVE als Zweiter.

Diesmal sind die Vorzeichen andere. Elversberg hat in den ersten Bundesligaspielen gezeigt, dass die Mannschaft auch gegen große Namen nicht nur verteidigen will. Acht Tore aus den ersten drei Ligapartien sprechen für den Mut der SVE, auch wenn sieben Gegentreffer zeigen, dass das Risiko seinen Preis hat.

Schalke wiederum scheint nach dem schwierigen Auftakt langsam in der Bundesliga angekommen zu sein. Das 3:1 bei Union dürfte zusätzlich Selbstvertrauen gegeben haben.

Worauf es ankommen könnte

Für Elversberg dürfte entscheidend sein, die erste Schalker Druckphase zu überstehen und sich nicht auf ein wildes Spiel einzulassen. Bleibt die SVE im Aufbau ruhig und findet Lösungen gegen das hohe Pressing, bieten sich durchaus Räume.

Auf der anderen Seite wird Schalke versuchen, die Atmosphäre in der Veltins-Arena und die eigene Intensität früh ins Spiel zu bringen. Gerade nach dem ersten Saisonsieg dürften die Königsblauen mit viel Energie starten.

Ein Selbstläufer wird das für keine Seite. Aber die bisherigen Auftritte der SVE haben gezeigt, dass sie sich auch in solchen Spielen nicht verstecken muss.

Anstoß ist am Sonntag, 20. September, um 17:30 Uhr in der Veltins-Arena.

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